Startseite  
 Möckelhaus  
 G. L. Möckel  
 Ausstellung  
 Öffnungszeiten  
 Preise  
 Impressum  

Der Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel

G. L. Möckel wurde 1838 in Zwickau geboren. Er studierte am Polytechnikum in Hannover, einer Schule, die das Studium der alten Gotik, besonders des norddeutschen mittelalterlichen Ziegelbaus, wissenschaftlich betrieb. Geprägt durch diese Ausbildung schuf Möckel den überwiegenden Teil seiner Bauten, in Verwirklichung seiner Architekturauffassungen, in Form der neogotischen Backsteinarchitektur.

Möckels architektonisches Wirken lässt sich zeitlich und territorial in drei Phasen gliedern: Zwickau (1866 - 1875), Dresden (1875 - 1885) und Doberan (1885 - 1915). In der Zwickauer Zeit lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit vorrangig im bürgerlichen Wohn- und Villenbau. Es entstanden u.a. eine Wohnhauszeile in der Römerstraße in Zwickau, die Villen List und Ebert sowie die Bade- und Heilanstalt in Zwickau. 1873 beteiligte sich Möckel an einem Wettbewerb zum Bau der Johanneskirche in Dresden. Der Erhalt dieses bedeutenden Auftrages hatte den für sein weiteres Leben wichtigen Umzug nach Dresden zur Folge. Diese Kirche gilt als Möckels bedeutendstes sakrales Bauwerk und zugleich, als über den Dresdner Raum hinaus, bester neogotischer Kirchenbau, der seinem Baumeister zu einem beruflichen Durchbruch verhalf. Neben dem Kirchenneubau und der Restaurierung zahlreicher Kirchen entwarf der Architekt auch Pläne für mehrere Schlösser, wie z.B. in Wohla und Klemzig, beide im Stil der Neorenaissance. In den Jahren von 1880 bis 1882 wurden 22 Objekte von Möckel bearbeitet, davon 18 Kirchenbauten und 4 Schlösser. Beispiele Möckelschen Sakralbaus finden sich u.a. in Striesen, Reudnitz, Döhlen und Löbau.

Der bereits 1877 erhaltene Auftrag zur Restaurierung des Doberaner Beinhauses und der Bau der katholischen Kapelle in Heiligendamm führten Möckel des öfteren nach Doberan. Hier lernte er auch die Klosterkirche kennen, deren damaligen baulichen Zustand er als sehr bedenklich bezeichnete, eine Tatsache, auf die er den Großherzog Friedrich Franz II. hinwies, der wiederum Möckel mit der Restaurierung der Kirche beauftragte. Diese umfangreiche Aufgabe erforderte die ständige Anwesenheit des Architekten, so dass er ab Ostern 1885 seinen Wohnsitz in Doberan nahm.

Einige der bekanntesten Möckelbauten im Mecklenburger Raum sind u. a. das Ständehaus in Rostock, das Jagdschloß in Gelbensande, die beiden Kirchen in Heiligendamm, die nach dem Brand 1822 neu errichtete Kapelle in Althof sowie das Gymnasium, das Rektorenhaus und mehrere Wohnhäuser in Bad Doberan. In die Doberaner Schaffensperiode fallen aber auch solche Bauten wie der Georgsbrunnen in Dresden, der Umbau der Schlosskapelle in Plön oder das Blindenheim in Königs Wusterhausen, ein Bau der unter dem Protektorat Kaiser Wilhelm II. stand. Möckel entwickelte bei seinen Bauten einen ungewöhnlichen Formenreichtum.

Seine in erster Linie neogotischen Bauten, vor allem Kirchen und Wohnhäuser , lassen sich in fast ganz Deutschland nachweisen. Möckel erhielt sogar den Auftrag zum Bau in einer Kirche der Türkei, der Johanneskirche in Smyrna. Insgesamt konzipierte Möckel ca. 130 Bauten, von denen 122 realisiert worden sind.

Dem Architekten und geheimen Hofbaurat G. L. Möckel wurden bereits zu Lebzeiten zahlreiche Ehrungen und Anerkennungen zuteil. Er erhielt mehrere Orden, zahlreiche Einladungen an den Schweriner Hof sowie Audienzen beim Kaiser. Im Alter von 77 Jahren bat Möckel seine Dienststelle ihn wegen "zunehmender Kränklichkeit" ab 1. Oktober 1915 in den Ruhestand zu versetzen. Bereits am 26. Oktober 1915 verstarb Gotthilf Ludwig Möckel in Doberan. Er wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt.

Beethovenstraße 8 - 18209 Bad Doberan
Tel.: 038203-62026, Fax: 038203-73783
Email: stadtmuseum@moeckelhaus.de


Villa List Zwickau - 1868/69

Johanneskirche Dresden - 1873-78

Ständehaus Rostock - 1888-93

Schloss Schönfeld - 1882-84

Jagdschloss Gelbensande - 1885/86

Gymnasium Bad Doberan - 1887-1889
Alle Abbildungen auf dieser Seite - Quelle