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Der Fächer

Der Fächer war nicht nur ein modisches Accessoire für Damen im 18. und 19. Jahrhundert – er steht für Eleganz und eine eigene Sprache unter Damen und Herren.

In vielen frühen Kulturen gibt es Hinweise auf den Gebrauch des Fächers. Sie dienten in Ägypten, bei den Assyrern, Persern und Indien als Hoheitssymbol. Es gab aber auch einfache Handfächer, sie schützten vor der Überhitzung und vor lästigen Insekten. Die Handfächer aus dem Orient kamen durch Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert nach Europa. Es entwickelte sich auch in Europa eine selbständige Fächerproduktion.

Der Fächer etablierte sich im Laufe der Zeit als weibliches Statussymbol. So unterstrich der Fächer Eleganz und Stilbewusstsein der Trägerin und stand für eine verfeinerte Lebensart. In Europa war die Blütezeit des Fächers in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es entwickelte sich eine sogenannte „Fächersprache“: Durch bestimmte Bewegungen kommunizierte man miteinander.

Beispiele aus der Fächersprache: Hielt die Dame zur Begrüßung den Fächer mit der linken Hand vor das Gesicht, suchte sie Bekanntschaft. Während der Konversation konnte sie durch langsames Fächern signalisieren, verheiratet zu sein. Trug sie den Fächer in der rechten Hand, zeigte sie dem Gegenüber, dass er verwegen sei. Zum Abschied sagte der abgespreizte kleine Finger: Auf Wiedersehen.

Bis heute gilt der Faltfächer als die bekannteste und am weitesten verbreitete Fächerform. Weitere Formen sind der Briséfächer, Cabrioletfächer, Teleskopfächer und Radfächer.